Archiv für den Monat: Januar 2020

Tschüss Alltag!

Auslandsprakitkum in Torquay

Sich in internationale Gewässer zu stürzen, um seinen Horizont zu erweitern, ist bei uns ‚Millennials‘ ja ein heißes Thema. Und so wollte auch ich die Chance nutzen, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Über unsere Berufsschule hatte ich das große Glück für ein dreiwöchiges Praktikum an die südenglische Küste, um genau zu sein nach Torquay, zu reisen.

In Nullkommanix nach England
Innerhalb einer Woche hatten alle Teilnehmer des Praktikums ihre Bewerbungsunterlagen ausgefüllt und abgeschickt. Dass das so schnell und schmerzlos ging, haben wir vor Allem der guten Unterstützung der Lehrkräfte sowie der Entsende-Organisation zu verdanken. Denn das Erasmus+ Programm fordert einiges an Unterlagen.
Kurz vor der Abreise erhielten wir alle wichtigen Infos und ehe man sich versah, standen wir schon als bunt gemischte Truppe aus neun Schülern am Flughafen. Angekommen in Torquay warteten bereits die Gasteltern auf uns. Ich kam mit einem Mädchen aus meiner Klasse in eine Familie und wir waren auf anhieb die perfekten Mitbewohnerinnen. Unsere Gasteltern waren sehr unkomplizierte und witzige Leute, der englische Humor fand in diesem Haus auf jeden Fall sein bestes Beispiel. Ob es eine Situation ohne Ironie und Sarkasmus gab? Ich bezweifle es. Die Aufregung war so auf jeden Fall schnell vergessen.

Dora the Explorer…
…am wandern und entdecken. Die Landschaft in Südengland hat mich einfach nur umgehauen. Nicht nur, dass mich wider meines Erwartens Hügel, Palmen und hellblaues Meerwasser begrüßten, nein es gab auch den sogenannten Coast Path. Dieser führt dich von einer verwunschenen Bucht, durch die lebendigen, grünen Wälder zur nächsten atemberaubenden Klippe, hinauf auf die hohen, schroffen Felsen. Das Wetter spielte da nur noch eine Nebenrolle, auch wenn man zugeben muss, dass wir für England im Herbst enorm viele Sonnenstunden genossen haben. So war es auch kein Wunder, dass ich in meiner Freizeit so oft wie möglich die Schuhe schnürte, um die eine oder andere Wandertour einzulegen. Unternommen wurde generell eine Menge, von einer VR-Arena über eine Tropfsteinhöhle bis zum berüchtigten Bar-hopping, meine Mitbewohnerin und ich genossen unsere Freizeit in vollen Zügen.


Ohne Fleiß kein Preis
Da der Fokus des Praktikums auf der englischen Sprache lag und wir uns Jobs außerhalb unserer Tätigkeiten der Ausbildung wünschen durften, entschied ich mich dafür, etwas komplett anderes auszuprobieren. So erfuhr ich einen Monat vor Abreise, dass mein Platz bei Muddy Paws, einer Mischung aus Hundebetreuung und -friseur sein wird. Mein Gesicht als ich Hundefriseur las, entglitt mir dann ehrlich gesagt doch etwas. Aber wie sagt man so schön: Es kommt immer anders als man denkt.
Die erste Überraschung war dann, dass ich anfangs eine Woche in der aufnehmenden Organisation TTPL eingesetzt wurde. So habe ich dann doch noch die englische Arbeitsweise in kaufmännischen Berufen kennen gelernt. Und Muddy Paws überraschte mich simpel damit, dass meine Befürchtungen von Hunden mit pinken Irokesen und Schleifchen, einem absoluten Klischee entsprachen. Viel mehr ging es um die Gesundheit und Pflege der kleinen (und manchmal riesigen) Vierbeiner. Die Arbeit vom Chihuahua Welpen bis zum Husky Opa war ideal, um sich nicht nur mit den Kunden sondern auch mit den liebenswerten Kolleginnen beinahe durchgehend auszutauschen. Seitdem fühle ich mich absolut sicher im Englischen (und bin bereit Hunde Mami zu werden)!

Time to say goodbye
Schneller als gedacht zogen die drei Wochen an uns vorbei und schon stand die versammelte Mannschaft wieder am Flughafen. Den Abend zuvor haben die meisten von uns mit der Gastfamilie gemütlich ausklingen lassen, manch einem fiel der Abschied vom schönen Torquay wirklich schwer. Ich kann nur jedem, der die Möglichkeit hat, raten die Chance auf derartige Auslandserfahrungen zu nutzen. Sowohl sprachlich als auch persönlich sammelt man enorm viel Selbstbewusstsein. Ganz nebenbei lernt man eine andere Kultur kennen, trifft interessante, neue Leute und für die pragmatischen unter euch, nett im Lebenslauf macht sich der Spaß auch noch.