KN-Laternelauf

Ich geh’ mit meiner Laterne

Wie einfach doch das Leben als Kind war. Ich jedenfalls erinnere mich gerne an all’ die schönen Erlebnisse und unbeschwerten Zeiten zurück – besonders im aktuellen Stress der Klausurenphase an der WAK.

Für mich zählt das Laterne laufen zu den absoluten Highlights meiner Kindheit, weshalb ich mich besonders gefreut habe, als auch in diesem Jahr eine Rundmail adressiert an alle Azubis in meinem Postfach auftauchte. Da ich ohnehin schon darauf gewartet hatte, bot ich ohne länger zu überlegen meine Unterstützung an und markierte mir den Termin extra dick in meinem Kalender.

Erst die Arbeit…
Am 01. November fuhr ich nach der Vorlesung direkt in den Verlag und traf dort auf die anderen Helfer. Neben einigen Promotern waren auch Felice und Tabea dabei. Wir sammelten noch kurz alle notwendigen Dinge zusammen, zogen die KN-Wetterjacken über und starteten mit voll beladenen Autos in Richtung Schrevenpark.
Da sich jedes Kind bei uns eine KN-Laterne abholen durfte, bereiteten wir zunächst gemeinsam unseren Ausgabestand vor. Die Promoter waren im Pavillonaufbau bereits geübt und wir Azubis packten tatkräftig mit an.
Als alles fertig war, brauchen wir nicht lange warten, bis die ersten Kinder mit ihren Eltern kamen und sich eine der strahlend roten und blauen KN-Laternen abholten. Trotz des viel zu typischen, herbstlichen Wetters, wurden alle von der aufgeregten und freudigen Stimmung der Kinder angesteckt.
Tabea und ich wurden als Fackelträger eingeteilt. Deshalb gingen wir schon etwas früher von unserem Stand weg, um noch einmal die Route zu kontrollieren und den Kinderchor sowie die beiden Spielmannszüge am Startpunkt zu koordinieren.

… und dann das Vergnügen !
Um 18 Uhr ging es dann endlich los – und es war einfach wundervoll! Mit unseren Fackeln gingen wir vorweg und leuchteten dem ersten Spielmannszug den Weg. Dieser spielte nicht nur die klassischen Laternelieder, sondern ließ uns auch viele andere bekannte Kinderlieder mehr oder weniger textsicher mitsingen und summen. Begleitet von dem Kinderchor der Oper wurden wir verzaubert und in der Zeit zurück versetzt. Rund um den Schreventeich wurde der Umzug von den Fackelträgern der Jugendfeuerwehr erwartet. Diese passten auf, dass niemand seine Laterne versehentlich im Wasser erlöschen ließ oder selbst hineinfiel.

Der Umzug endete auf der großen Wiese in der Mitte des Parks. Erst jetzt hatten Tabea und ich die Chance einen Blick zurückzuwerfen: Hinter uns zog sich noch immer eine lange Lichterschlange um den Schreventeich. Während sich immer mehr Kinder und Erwachsene mit glücklichen Gesichtern auf der Wiese zusammen fanden, wechselten sich Spielmannszüge und Kinderchor ab und spielten und sangen noch einige Lieder. Bis sich das Lichtermeer, geprägt von 700 KN-Laternen sowie wundervollen selbstgebastelten Exemplaren versammelt hatte, dauerte es dann noch eine Weile.

Als sich die Veranstaltung langsam auflöste merkte ich erst, wie durchgefroren ich mittlerweile war. Zügig gingen wir zurück zum Treffpunkt, wo uns die anderen Helfer bereits erwarteten. Sie hatten während des Umzugs den Stand abgebaut oder waren selbst mit gelaufen, um erloschene Laternen wieder mit Kerzen auszustatten oder eine Ersatzlaterne auszugeben. Auf der Rückfahrt hatten wir alle ein Lächeln auf dem Gesicht und waren uns einig: Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei !