Von der Schule in das „Richtige Leben“
So beschreibt wohl jeder den Schritt in die Arbeitswelt, aber wer hätte gedacht, dass dieser Schritt tatsächlich so aufregend wird?
Ein halbes Jahr nach meinem ersten Tag bei den Kieler Nachrichten ist die Aufregung zwar weniger geworden, komplett gelegt hat sie sich jedoch noch nicht.
Einstieg in die Arbeitswelt
Schon vor meinem ersten Tag war klar, dass sich von nun an einiges ändern wird. Das fängt schon damit an, dass man auf einmal den ganzen Tag arbeiten muss. Eine ziemliche Umstellung, wenn man bisher nur kurze Schultage gewohnt war und nach dem Abi einen langen, freien Sommer genießen konnte. Doch nach wenigen Wochen hatte ich mich an den Arbeitsalltag gewöhnt und mit Hilfe der anderen Azubis alles Wichtige für den Start ins Arbeitsleben gelernt.
Damit wir Azubis uns nicht nur am Anfang der Ausbildung zur Seite stehen, machen wir jeden Tag gemeinsam eine Azubipause. Dort frühstücken wir nicht nur, sondern tauschen uns aus, geben uns Tipps für die Uni oder die Berufsschule und reden über unsere aktuelle Tätigkeit in der jeweiligen Abteilung.
Nach einem halben Jahr als Auszubildende und duale Studentin bei den Kieler Nachrichten ist mir besonders aufgefallen, wie sich das Produkt „Zeitung“ in meinen Augen sehr verändert hat:
Bisher war es für mich immer eine Selbstverständlichkeit, dass morgens auf dem Frühstückstisch die KN lagen. Was aber tatsächlich dahinter steht – vom Anzeigenverkauf, über Recherche und Interviews, bis hin zum Druck und der Verwaltung der Abonnements – habe ich erst nach und nach in den verschiedenen Abteilungen erfahren.
Praxisphase bei den Kieler Nachrichten
Und das Spektrum an Abteilungen ist groß: In meinen ersten sechs Monaten habe ich bereits in der Kundenhalle gearbeitet, die Vertrieb- und Marketingabteilung und unsere Digitalen Medien kennengelernt, die Arbeit in der Redaktion miterlebt und wurde sogar im Druckzentrum in Moorsee eingesetzt. In jeder dieser Abteilungen wurde ich in den täglichen Ablauf eingebunden und habe selbst Projekte bearbeitet. Vom Erstellen einer Geburtsanzeige bis zum Wechsel der Druckplatten konnte ich den gesamten Entstehungsprozess einer Tageszeitung kennenlernen und bin schon jetzt gespannt, was mich in den anderen Abteilungen in den nächsten Monaten erwartet.
Im Herbst habe ich das erste Mal am jährlichen Azubiprojekt mitgewirkt. Dieses Mal haben wir mit viel Mühe eine neue Auflage der Azubizeitung gestaltet und die Idee zu diesem Blog entwickelt. Natürlich war das auch nach dem offiziellen Projektende noch viel Arbeit, aber im Nachhinein sind wir stolz auf das Ergebnis und auf das, was wir selbst geschafft haben.
Im November durften wir Azubis den KN-Laternenlauf begleiten und hatten so die Chance, die Arbeit außerhalb des Verlagshauses kennenzulernen.
Gemeinsam mit Promotern haben wir unseren Stand im Schrevenpark aufgebaut, Laternen und Kerzen ausgegeben und durften selbst als Fackelläufer mitlaufen. Eine schöne Erfahrung, einfach mal wieder Kind zu sein!
Theoriephase an der Wirtschaftsakademie
Im Januar begann für mich das erste Semester an der Wirtschaftsakademie. Zehn Wochen lang Vorlesungen, zehn Wochen raus aus dem Arbeitsalltag, zehn Wochen, in denen man völlig neue Erfahrungen sammelt und an deren Ende die erste Prüfungsphase steht.
Das Schöne an einem Studium an der Wirtschaftsakademie sind die Vorlesungen im Klassenverband. Wir haben fast alle Vorlesungen mit den gleichen Kommilitonen, sodass sehr schnell eine richtige Gemeinschaft entstanden ist.
An den Studienalltag mussten wir uns trotzdem sehr schnell gewöhnen, denn das Tempo der Dozenten ist beachtlich und ich habe schnell gemerkt, wie sich das „Schullernen“ vom „Studienlernen“ unterscheidet. So kamen schnell Lerngruppen zustande, in denen wir natürlich nicht nur gelernt, sondern auch viel privat unternommen haben.
Das erste Semester ist nun fast vorbei und die Klausuren stehen direkt vor der Tür. Damit ist der erste Abschnitt des Studiums schon geschafft und es wird sich erneut vieles verändern:
Die Zeiten als „Ersti“ sind vorbei, also keine Ausreden mehr, dass man nicht wusste, wie irgendetwas abläuft, was man zu tun hat und bis wann die wichtige Präsentation fertig sein sollte. Außerdem steht unser erstes Praxisprojekt an und damit stellt sich mal wieder die Frage, wie man das bloß alles schaffen soll.
Langweilig wird es so jedenfalls nicht und nach 6 Monaten Ausbildung und Studium kann ich definitiv sagen, dass ich mich auf die nächsten Semester und Praxisphasen und auf viele Herausforderungen freue!